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01.03.2018

Evers: „Veränderte Versorgungsbedarfe erfordern akademisierte Pflegekräfte“

"Akademisch qualifizierte Pflegekräfte werden benötigt", betonte Prof. Dr. Thomas Evers. Foto: hsg/Volker Wiciok

Die Robert Bosch Stiftung hat am 1. März 2018 das Manifest 'Mit Eliten pflegen‘ veröffentlicht, in dem dargestellt wird, wie die Zusammenarbeit von Pflegefachpersonen mit unterschiedlichen Ausbildungen im Team besser gelingen und die Pflege durch neue Karrieremöglichkeiten attraktiver werden kann. Für das Manifest wurden rund 40 Expert*innen zusammengebracht. Zu ihnen gehörten Praktiker*innen am Patientenbett oder mit Personalverantwortung, Pflegewissenschaftler*innen, Ärzt*innen, die das Thema mit interprofessionellem Blick bewerteten und Vertreter*innen der BrancheH

Prof. Dr. Thomas Evers, Vizepräsident im Bereich Studium und Lehre an der Hochschule für Gesundheit (hsg), nahm an der Präsentation des Manifestes in Berlin teil und sprach im Vorfeld mit dem Onlineradio detektor.fm über das Thema Akademiker in der Pflege.

In dem Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert betonte Thomas Evers, dass das Angebot an akademisch qualifizierten Pflegekräften notwendig sei, um die bestehenden Versorgungsbedarfe erfüllen zu können. „Da geht es um ganz unterschiedliche Kontexte im Krankenhaus und im häuslichen Bereich“, fügte er hinzu und erläuterte, dass die Versorgungsbedarfe der Menschen deutlich komplexer geworden seien. Die Menschen würden immer älter werden. „Wir haben immer mehr ältere Menschen, die an verschiedenen Erkrankungen leiden, die also multimorbid sind, und verschiedene Unterstützungsbedarfe haben. Gleichzeitig haben wir eine Tendenz dazu, dass Menschen immer länger im häuslichen Bereich versorgt werden wollen. Und auch da, man nehme als Bespiel die Beatmungspflege, gibt es hochspezialisierte, hochsensible Bereiche, die durch akademisch qualifizierte Pflegekräfte wunderbar aufgegriffen werden können“, so Evers. 

Dabei gebe es zwei Wege, die Bedarfe abzudecken: Ein Weg sei es, die gut qualifizierten, nicht-akademisierten Pflegekräfte weiter zu qualifizieren. Zudem sei es notwendig, junge Menschen grundständig hochschulisch zu qualifizieren, um die immer mehr werdenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, die gewonnen werden, in die Praxis miteinbringen zu können, um die bestmögliche Versorgung der Menschen zu realisieren.

Die hsg in Bochum bietet seit dem Wintersemester 2010/2011 den grundständigen Bachelor-Studiengang Pflege an, der die Studierenden zu evidenzbasiertem, also wissenschaftlich fundiertem Arbeiten in klinischen und außerklinischen pflegepraktischen Handlungsfeldern befähigt. Dieser Modell-Studiengang, der generalistisch ausgerichtet ist, also in dem die Trennung zwischen den drei Pflegeausbildungen der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege sowie Altenpflege aufgehoben wurde, hat das Ziel, den Pflegeberuf zukunftsgerecht weiterzuentwickeln. Seit September 2014 verlassen Bachelor-Absolvent*innen des generalistisch ausgerichteten Studiengangs Pflege die Hochschule.

Mit dem Studiengang reagierte die hsg auf die sich verändernden Versorgungsstrukturen, die eine übergreifende Qualifikation in der Pflege notwendig machen. Die künftigen akademisierten Pflegekräfte werden darauf vorbereitet, Menschen aller Altersgruppen in den unterschiedlichsten Pflegezusammenhängen professionell zu pflegen.

Im Wintersemester 2017/2018 startete zudem an der hsg der Bachelor-Studiengang ‚Evidenzbasierung pflegerischen Handelns‘. Dieser Studiengang baut auf bereits in der Praxis erworbene Kompetenzen examinierter Pflegekräfte auf, die an der hsg lernen, ihre pflegerischen Tätigkeiten wissenschaftlich zu fundieren, um so wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis einzubringen und die Versorgung von Patient*innen zu verbessern. Der Studiengang kann in Teilzeit oder in Vollzeit absolviert werden.

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