Startseite - Hochschule für Gesundheit

28.06.2018

Frauen so früh wie möglich über Hebammenbetreuung informieren

"Frauen und ihre Familien sollten früh und umfassend über die Angebote der Hebammen informiert werden", erklärte Prof. Dr. Nicola Bauer in Düsseldorf. Foto: hsg

Prof. Dr. Nicola Bauer, Leiterin des Studienbereichs Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum), hat in dem Themenreport ‚Gesunder Start ins Leben‘ der AOK Rheinland/Hamburg die vielfältigen Möglichkeiten betont, wie Frauen und ihre Familien in Deutschland so früh wie möglich erfahren, dass ihnen die Betreuung durch Hebammen in der Schwangerschaft zusteht und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Familienplanung und -werdung, Schwangerschaft und Geburt stünden schon in der Schule in verschiedenen Klassenstufen auf dem Stundenplan, so Bauer. Zudem sei es in Deutschland bisher üblich, dass Frauen nach einem positiven Schwangerschaftstest oder bei der Vermutung schwanger zu sein, eine*n Gynäkolog*in aufsuchen. Bauer: „Bereits beim ersten Termin sollten sie Informationen zur Hebammenbetreuung erhalten oder bestenfalls direkt an eine Hebamme vermittelt werden.“ Auch kommunale Hebammenzentralen seien ein wichtiger Punkt, da hierüber eine Hebamme, die verfügbar ist, vermittelt werden könne.

Die Zahlen des Themenreports, der am 26. Juni 2018 in Düsseldorf präsentiert wurde, machen den Hebammenmangel in Nordrhein-Westfalen deutlich. Nur jede zweite Frau wird laut AOK-Themenreport nach der Entbindung von einer Hebamme betreut. "Es ist bedenklich, dass viele werdende Mütter und junge Familien von den Angeboten der Hebammenhilfe nicht erreicht werden", sagte Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, in Düsseldorf.

Nur 53 Prozent der Familien werden nach Angaben des Reports in den ersten Wochen nach der Geburt von einer Hebamme begleitet. 2012 lag diese Quote noch bei 64 Prozent.


Diese Seite Diese Seite Drucken Drucken  //  Seitenanfang Seitenanfang