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26.10.2018

Gespräch über Akademisierung in der Pflege

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus (im Bild 2.v.l.), besuchte am 25. Oktober 2018 die hsg Bochum und führte ein Gespräch mit Prof. Dr. Markus Zimmermann (im Bild links), hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs und Prof. Dr. Sven Dieterich (rechts im Bild). Foto: hsg Bochum

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, hat am 25. Oktober 2018 die Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) besucht. Prof. Dr. Anne Friedrichs, Präsidentin der hsg Bochum, hatte ihn zu einem Gespräch über die weitere Entwicklung der hochschulischen Qualifikation für Pflegeberufe eingeladen.
Auch Prof. Dr. Markus Zimmermann, Gründungsdekan des hsg-Departments für Pflegewissenschaft, und Prof. Dr. Sven Dieterich, Vize-Präsident für Studium und Lehre und Professor für Gesundheitswissenschaften an der hsg Bochum, nahmen an dem Austausch teil.

Als ein Thema wurden die Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung in Deutschland besprochen. Hierzu äußerte sich Friedrichs: „Das Pflegestudium wird leider häufig nicht als Beitrag zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung gesehen. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird oft nur unter quantitativen Gesichtspunkten betrachtet. Dabei kann man das Problem der Quantität nur durch Qualität lösen. Eine hochschulische Qualifikation, mit der die Absolvent*innen im Berufsalltag die anspruchsvollen Aufgaben gut bewältigen können und darüber hinaus Aufstiegschancen haben, macht den Beruf der Pflegefachkraft attraktiv. Und ein attraktiver Beruf zieht automatisch mehr Fachkräfte an.“

In diesem Zusammenhang wurde die berufliche und die akademische Ausbildung diskutiert und Zimmermann hob hervor: „Der hochschulische Bereich der Pflege-Ausbildung muss genauso wichtig sein und auch dementsprechend angesehen werden wie der berufliche.“ Damit dies der Fall werden kann, müssen allerdings einige Änderungen vorgenommen werden. Die hsg-Präsidentin fasste zusammen: „Wir brauchen Qualität in der Ausbildung, Aufgabenstellungen in der Praxis, die der hohen Qualifizierung der studierten Pflegekräfte entsprechen, und nicht zuletzt eine faire Vergütung.“

Auch über fehlende Lehrkräfte für Pflege an Berufsfachschulen, die einen Masterabschluss in Pflegepädagogik benötigen, wurde geredet. „An der hsg Bochum wollen wir zum Wintersemester 2019/2020 entsprechende Studienplätze bereitstellen“, erklärte die hsg-Präsidentin. Der Gründungsdekan fasste den Tenor bei der Diskussion wie folgt zusammen: „An dem Master-Abschluss für Lehrende in den Pflegeberufen soll nicht gerüttelt werden.“

Außerdem fand ein Austausch über die Äquivalenz von Master-Studiengängen mit den Fachweiterbildungen statt. Hierzu sagt Zimmermann: „Zur Versorgungssicherheit gehört es auch, in der Pflege angemessene Qualifikationen anzubieten. Für Pflegende mit Bachelor-Abschluss ist ein Master die logische Fortsetzung und solche Studiengänge in Intensiv- und onkologischer Pflege werden zurzeit an der hsg Bochum entwickelt.“

Staatssekretär Westerfellhaus betonte, dass durch die ergänzende hochschulische Ausbildung der Pflegeberuf insgesamt aufgewertet werde. Die Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe müsse neu gedacht werden, um Teamgeist und Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu erreichen. „Wir brauchen einheitliche Ausbildungskonzepte vom Pflegehelfer bis zur akademisierten Pflegefachkraft. Die Länder sollten deshalb einheitlichere Regelungen für die Pflegehelfer- bzw. Pflegeassistenzausbildung sowie für den Zugang zum Pflegestudium anstreben.“ Andreas Westerfellhaus begrüßte, dass die hsg Bochum neben den generalisierten Bachelor-Studiengängen mit dem Master ein Studienangebot für die spezialisierte pflegerische Versorgung schaffe. Allerdings müssten für akademisierte Pflegekräfte in der Praxis auch sinnvolle Aufgabenfelder definiert werden. Es könne nicht das Ziel sein, dass akademisch ausgebildete Pfleger*innen allein für Managementaufgaben oder ärztliche Tätigkeiten eingesetzt werden.

Insgesamt seien sich die Gesprächspartner*innen in den besprochenen Punkten einig gewesen, resümierte hsg-Präsidentin Friedrichs. Nun werde daran gearbeitet, die benötigten Maßnahmen umzusetzen.

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