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20.10.2017

Klinische Studie: Fokus auf Bedürfnisse der Gebärenden

Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Professorin für Hebammenwissenschaft an der hsg, möchte herausbekommen, welche Auswirkungen die Gestaltung des Gebärraumes auf die gebärende Frau hat. Foto: hsg
Das Team des BE-UP Projekts: Im Bild v.l.n.r.: Ronja Ocker (Ärztin am Universitätsklinikum Halle), Sabine Striebich (Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft), Dr. Gertrud Ayerle (Projektkoordinatorin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft), Elke Mattern (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der hsg) und Dr. Gregor Seliger (Stellvertretender Projektkoordinator, Universitätsklinikum Halle). Auf dem Bild fehlt Prof. Dr. Rainhild Schäfers (Stellvertretende Projektkoordinatorin, hsg). Foto: UKH/Fotostelle

„Wenn wir mit Hilfe der Ergebnisse dieser Studie daran mitwirken können, die Zahl der Gebärenden zu erhöhen, die eine natürliche Geburt erleben, dann wäre dies wunderbar“, erklärte Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Professorin für Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum, in Bezug auf eine im Oktober 2017 startende klinische Studie.

Die Studie mit dem Kurztitel ‚BE-UP‘ wird von Dr. Gertrud Ayerle im Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) geleitet. Stellvertretend übernehmen Prof. Dr. Rainhild Schäfers (hsg) und Dr. Gregor Seliger (Universitätsklinikum Halle) diese Funktion. Gefördert wird die Studie mit dem Titel ‚Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT)‘ bis zum Herbst 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Fördersumme beträgt  1,1 Millionen Euro.

Die Kaiserschnittrate in Deutschland liegt über der von der WHO empfohlenen Rate. In der Studie soll erforscht werden, inwiefern ein alternativ gestalteter Gebärraum Auswirkungen auf eine natürliche Geburt hat. Hierfür werden Geburten in zwölf geburtshilflichen Abteilungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen einbezogen. Rainhild Schäfers wird insbesondere mit den teilnehmenden Kliniken in Nordrhein-Westfallen während der Studie im engen Kontakt stehen.

„Wir möchten herausbekommen, welche Auswirkungen die Gestaltung des Gebärraumes auf die gebärende Frau hat. Dafür kontrollieren wir innerhalb der Studie in zwei parallelen Studienarmen. In einem Studienarm wird ein alternativ gestalteter Gebärräum genutzt. Das Kreißbett steht hier nicht zentral in der Mitte des Raumes und der Raum ist darüber hinaus so ausgestattet, dass der Frau möglichst viel Raum für Bewegung während der Geburt bleibt. In dem zweiten Studienarm ist die räumliche Gestaltung des Kreißsaals so wie sie für das jeweilige Krankenhaus üblich ist. In beiden Raummodellen kann jederzeit auf den gewohnten medizinischen Standard für die Sicherheit von Mutter und Kind zurückgegriffen werden“, so Schäfers.

Teilnehmerinnen der Studie sind Frauen, die am Geburtstermin ihr erstes oder ein weiteres Kind erwarten und eine natürliche Geburt anstreben. „Wir erwarten bei einer Geburt in einem Gebärraum, der mehr Selbstbestimmung zulässt, eine niedrigere Kaiserschnittrate. Durch eine Befragung der Frauen zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Klinik wie auch drei Monate später wollen wir außerdem herausfinden, ob sich die Gestaltung des Raumes auch auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind nach der Geburt auswirkt“, erläuterte Schäfers. Eine gesundheitsökonomische Evaluation soll zudem Aufschluss über die Kostenwirksamkeit einer alternativ gestalteten Gebärumgebung geben.

Ergebnisse der Studie werden im Jahr 2020 erwartet.

Hier geht es zur Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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