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07.02.2018

Verbundprojekt für hochgradig Hörgeschädigte gestartet

hsg-Logopädie-Professorin Dr. Kerstin Bilda startete im Februar 2018 ein neues Forschungsprojekt. Foto: hsg/Volker Wiciok

Prof. Dr. Kerstin Bilda kann sich über eine weitere Förderung freuen. Die Professorin für Logopädie an der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum, die auch Vize-Präsidentin für den Bereich Forschung an der hsg ist, holt weitere Drittmittel an die Hochschule. „Wir sind Verbundpartner des Projekts ‚Digitales Therapiesystem für hochgradig Hörgeschädigte‘ (THERESIA), das jetzt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Fachprogramm Medizintechnik in der Projektförderung zum Thema ‚Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung‘ eine Zuwendung erhielt“, sagte Kerstin Bilda, die das Teilvorhaben ‚Individualisiertes Hör- und Sprachtraining‘ innerhalb des Verbundprojekts leitet, das mit etwa 350.000 Euro gefördert wird.

Das BMBF will mit dem Fachprogramm die medizintechnische Forschung und Entwicklung stärken. Die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Anwendern soll dazu führen, dass erfolgversprechende Produkt-, Prozess- oder Dienstleistungsinnovationen für eine digitale Gesundheitsversorgung auf den Weg gebracht werden. Ziel der Fördermaßnahme ist es, dass diese Innovationen dann einen Beitrag zu einer patientennahen Versorgung leisten und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems verbessern.

Anfang Februar 2018 wurde mit der BMBF-Förderung das Verbundprojekt gestartet, in dem aus Oldenburg die HörTech gGmbH (Projektleiter), das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie und das Evangelische Krankenhaus sowie aus Bochum die Hochschule für Gesundheit mitwirken. Die Fördersumme für den gesamten Verbund beträgt knapp zwei Millionen Euro. Das geplante digitale Gesamtsystem wird Softwaremodule zur Aussprachebewertung sowie zur Durchführung von Hör- und Sprechübungen mit Anbindung eines Elektromyographen (EMG) sowie eines speziell darauf abgestimmten selbstadaptierenden Trainingsprogramms beinhalten. Ein EMG ist ein Gerät, das die elektrische Aktivität eines Muskels misst und Aussagen über Muskelzellen ermöglicht. Behandelnde Ärzt*innen und Logopäd*innen werden in der (postoperativen) klinischen Therapie durch neue objektive Diagnosefunktionen unterstützt. Durch die Protokollierung des Therapieverlaufs wird die Auswertung erleichtert.

Bilda: „Digitale Therapiesysteme haben das großes Potential, die Versorgung von Patient*innen stärker zu individualisieren und an ihre Bedarfe auszurichten. Mit den in der Hörforschung wissenschaftlich sehr renommierten Verbundpartnern aus Oldenburg wollen wir für Menschen mit der medizinischen Indikation einer hochgradigen Hörschädigung ein digitales Therapiesystem unter fortlaufender Einbindung der zukünftigen Nutzer*innen entwickeln und evaluieren. Die geplanten Softwaremodule zur Aussprachebewertung bieten ein direktes Feedback und ermöglichen somit ein unabhängiges Sprechtraining.“

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