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01.02.2019

„Wir benötigen mehr Qualität in der Versorgung“

Nicht nur Masse, auch Klasse

hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs ist gespannt auf das für Mitte des Jahres angekündigte Gesamt-Paket.
Prof. Dr. Markus Zimmermann fordert alle Beteiligten auf, den Blick nicht nur auf die Quantität, sondern zudem auch auf die Qualität der Ausbildung und der Versorgung zu richten. Fotos: hsg Bochum

„Wir begrüßen die Pflege-Ausbildungsoffensive und hoffen auf ein Zusammenwirken aller Partner, die zum Gelingen beizutragen haben. Gleichsam sind wir gespannt auf das für Mitte des Jahres angekündigte Gesamt-Paket, das in einigen Bereichen vielleicht noch konkretere Ziele definiert“, reagierte hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs auf die Präsentation der ‚Ausbildungsoffensive Pflege‘ der Bundesregierung vom 28. Januar 2018 in Berlin.

Die erste Arbeitsgruppe der Konzertieren Aktion Pflege (KAP) hatte ihre Ergebnisse vorgelegt und in der ‚Ausbildungsoffensive Pflege‘ verbindliche Ziele für die Pflege-Ausbildung festgelegt und beschlossen.

In dem Papier der Arbeitsgruppe 1 ‚Ausbildung und Qualifizierung‘ werden Ziele der hochschulischen Ausbildung von Pflegefachpersonen aufgeführt. Als Orientierungspunkt für die Maßnahmen werden die Empfehlungen des Wissenschaftsrates (WR) zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen vom Sommer 2012 aufgeführt. In den WR-Empfehlungen ist nachzulesen, dass ein Teil des in der Pflege tätigen Fachpersonals künftig akademisch qualifiziert werden solle. „In primärqualifizierenden patientenorientierten Studiengängen sollen künftig zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden“, so der Wissenschaftsrat.

Die Beteiligten der KAP haben sich jetzt auf 111 Initiativen geeinigt. Dazu zählt laut Pressemitteilung der drei beteiligten Bundesministerien unter anderem, dass die Zahlen der ausbildenden Einrichtungen und der Auszubildenden bis zum Ende der Ausbildungsoffensive 2023 im Bundesdurchschnitt um zehn Prozent (gegenüber 2019) gesteigert werden.

„Unser Ziel als Hochschule ist es, an der Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung mitzuwirken. Unsere Absolvent*innen sowie die Forschungsergebnisse der hsg Bochum sollen mehr Qualität in die Gesundheitsversorgung bringen. Hierbei benötigen wir die Unterstützung der Politik. Wenn wir nun lesen, dass bis zum Jahr 2023 die Anzahl der Studienplätze deutlich zu erhöhen ist, dann hätten wir uns an der Stelle natürlich konkrete Zahlen gewünscht. Solche klar definierten Ziele sind notwendig, um konkrete Schritte vereinbaren zu können“, sagte Friedrichs.

Prof. Dr. Markus Zimmermann, Dekan des Departments für Pflegewissenschaft, nannte in diesem Zusammenhang Zahlen für das Bundesland Nordrhein-Westfalen. „Im Krankenhausplan 2015 des Gesundheitsministeriums hieß es zum Beispiel, dass bis zu zehn Prozent eines Ausbildungsjahrgangs hochschulisch qualifiziert sein sollte. Danach würden wir für NRW etwa 3.700 primärqualifizierende Studienplätze benötigen, haben aber aktuell im ganzen Bundesland etwa 640“, sagte Zimmermann.

„Wir benötigen mehr Fachkräfte in der Pflege, aber auch mehr hochschulisch qualifizierte Pflegekräfte. In der Diskussion um die Ausbildungsoffensive müssen wir weiter die Bedeutung der hochschulischen Pflege-Ausbildung herausheben und verdeutlichen, dass wir in der Pflege einen Skills- and Grade-Mix benötigen, also unterschiedliche Qualifikationen in unterschiedlichen Einsatzfeldern der Pflege. Wir wirken als Hochschule für Gesundheit gern daran mit, die Tätigkeitsfelder für die hochschulisch ausgebildeten Pflegefachpersonen zu definieren, die in dem Papier zur ‚Ausbildungsoffensive Pflege‘ angekündigt werden. Denn nur wenn unsere Absolvent*innen in der Praxis auch das umsetzen können, was sie bei uns lernen, helfen sie, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern“, erklärte der Dekan und fügte hinzu: „Die Pflege bietet allen jungen Menschen Karriere- und Zukunftschancen in allen möglichen Kompetenzebenen – von der Assistenzkraft bis zum wissenschaftlich ausgebildeten Pflegefachkraft. Richten wir den Blick nicht nur auf die Quantität, sondern zudem auch auf die Qualität der Ausbildung und der Versorgung.“

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