Startseite - Hochschule für Gesundheit

27.03.2018

Wissenschaftlicher Austausch in Australien

Trafen sich zum wissenschaftlichen Austausch in Queensland: Jenny Fenwick, Nicola Bauer, Karina Harvey, Jenny Gamble, Andrea Villmar und Mary Sidebotham. Foto: Megan Barker
Der Logan Campus der Griffith University in Queensland. Foto: Andrea Villmar

Aus dem Studienbereich Hebammenwissenschaft der Hochschule für Gesundheit (hsg) sind vom 17. bis zum 28. März 2018 Professorin Dr. Nicola Bauer und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Andrea Villmar an der der School of Nursing and Midwifery der Griffith University in Queensland (Australien) gewesen. Dabei ging es vor allem um einen wissenschaftlichen Austausch über das Forschungsprojekt HebAB.NRW, das an der hsg durchgeführt wird.

Jennifer Fenwick ist Professorin für Hebammenwissenschaft an der Griffith University und konzipierte die WHELM-Studie mit, wobei WHELM für ‚Work, Health and Emotional Life of Midwives‘ steht. Im Forschungsprojekt HebAB.NRW werden validierte Instrumente aus dieser Studie eingesetzt, die neben der Erhebung von demographischen Daten zur Berufstätigkeit das Wohlbefinden der Hebammen im Fokus hat. Die WHELM-Studie wurde bereits in unterschiedlichen Ländern (unter anderem Australien, Neuseeland, Schweden, Norwegen, Kanada und Großbritannien) angewandt. Andrea Villmar analysiert im Rahmen ihrer Promotion die Ergebnisse, die mit der deutschen Version des validierten Instrumentes ‚Perception of empowerment in midwifery scale‘ erhoben werden, welches die Wahrnehmung der beruflichen Stärkung von Hebammen misst.

Als ein Resultat des Besuches an der Griffith University planen die australischen und deutschen Forscherinnen nun ein Treffen der internationalen WHELM-Gruppe, um Ergebnispräsentationen auf internationalen Hebammenkongressen vorzubereiten und weitere Schritte zu koordinieren, die auf die Ergebnisse der WHELM-Studie folgen können. Außerdem ist ein Besuch von Professorinnen der Griffith University an der hsg im Jahr 2019 geplant.

„Wir freuen uns über die herzliche Aufnahme an der Griffith University und den produktiven Austausch im Rahmen unseres Forschungsprojektes. Wir nehmen viele Anregungen mit und freuen uns über die weitere Zusammenarbeit“, so Prof. Dr. Nicola Bauer. Und Andrea Villmar ergänzte: „Für mich als Doktorandin ist es eine spannende Erfahrung mich mit Kolleg*innen aus Australien auszutauschen. Besonders freut mich die Aussicht auf gemeinsame Publikationen mit international anerkannten Hebammenforscherinnen.“

Während des Besuchs in Queensland wurde den hsg-Forscherinnen außerdem von Professorin Jenny Gamble und der außerordentlichen Professorin Mary Sidebotham, die beide im Bereich Hebammenwissenschaft an der Griffith University tätig sind, der Bachelorstudiengang Midwifery präsentiert. Sie berichteten, dass im Rahmen des Prozesses der erneuten Akkreditierung des Bachelorstudienprogramms überlegt werde, die Methode ‚Problem-based Learning‘ an der australischen Universität einzusetzen. In diesem Zusammenhang konnten die hsg-Wissenschaftlerinnen von ihren Erfahrungen aus Bochum berichten und Prof. Dr. Nicola Bauer sagte: „Seit dem Wintersemester 2016/2017 arbeiten wir ab dem ersten Studiensemester mit Problem-based Learning und haben bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Diese innovative Lehr- und Lernmethode ermöglicht den Studierenden ein selbstbestimmtes und forschungsbasiertes Lernen.“

Professorin Jennifer Fenwick und die außerordentliche Professorin Kathleen Baird, die beide eine klinische Professur an der Griffith University und dem Gold Coast Hospital haben, luden die hsg-Wissenschaftlerinnen auch noch zu einem gemeinsamen Treffen ins Gold Coast Hospital ein. Hier stellten sie Ergebnisse einer Evaluation vor, die sich mit Erfahrungen von Absolvennt*innen beim Start in ihre klinische Tätigkeit befasst. Das Gold Coast Hospital betreut jährlich über 5.000 Geburten und bildet ungefähr 100 Hebammenstudierende aus. Neben der üblichen geburtshilflichen Versorgung arbeiten einige Hebammen dort auch in einem so genannten ‚Caseload-Modell‘, in dem sie Frauen, ähnlich wie freiberuflich tätige Hebammen in Deutschland, bereits in der Schwangerschaft versorgen und über die Geburt hinaus bis sechs Wochen nach der Geburt betreuen.

HebAB.NRW – Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in NRW

In NRW werden jedes Jahr über 150 000 Kinder geboren, die Tendenz ist steigend. Die Berufsgruppe der Hebammen spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie betreuen Frauen, ihre Kinder und Familien während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und der Phase der frühen Elternschaft.

Das Recht auf Hebammenhilfe wird Frauen in Deutschland gesetzlich zugesichert. Zurzeit ist jedoch nicht bekannt, ob und in welcher Form Frauen ihr Recht auf Hebammenhilfe in Anspruch nehmen können, da kaum aussagekräftige Daten zur Versorgung mit Hebammenhilfe in Deutschland existieren. Der Runde Tisch Geburtshilfe NRW hat in seinem Abschlussbericht 2015 die Empfehlung ausgesprochen, sich dieser Problematik in Form einer Datenerhebung zur Versorgungssituation in NRW zu widmen. Das Forschungsprojekt ‚HebAB.NRW – Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in Nordrhein-Westfalen‘ setzt diese Empfehlung um. Das Projekt wird finanziert durch das Landeszentrum Gesundheit NRW (Förderkennzeichen LZG TG 72 001/2016). Projektlaufzeit: 21.11.2016 bis 31.12.2019.

Diese Seite Diese Seite Drucken Drucken  //  Seitenanfang Seitenanfang