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Das Stadtteillabor in der Hustadt

Das 2015 etablierte und auf zwölf Jahre angelegte Bochumer Stadtteillabor ist ein Ort der gesundheitsbezogenen Langzeitforschung. Hier werden medizinethnologische sowie kollaborative Ansätze in der Lehre realisiert und in Form von Lehr-Forschungsprojekten angewandt.

Die Auswahl des Forschungsortes, einem Bochumer Ortsteil mit dem höchsten Index-Wert gesundheitlicher Herausforderungen, begründet sich mit der besonderen Vulnerabilität der Bewohner:innen. Die Hustadt, in der sich das Stadteillabor befindet ist zudem der jüngste Stadtteil Bochums und ein hoher Anteil der Community erhalten Transferleistungen. Herkunftsbezogene Diversität geht einher mit den von zahlreichen Studien nachgewiesenen strukturellen Diskriminierungen am Arbeitsmarkt, im Ausbildungsbereich und in der Schule.

Die Bochumer Hustadt zeichnet aber auch das Vorhandensein wichtiger und gesundheitsförderlicher Ressourcen aus. So stellt sich der Stadtteil als ein Ort der Gemeinschaft dar, in dem, bei allen vorhandenen Konflikten, soziale Beziehungen quer zu identitätspolitischen Differenzkategorien auf einem geteilten Interesse an menschlichen Gemeinsamkeiten und solidarischer Unterstützung bestehen. Im Forschungsfeld des Stadtteillabors wird ein postmigrantischer und entmigrantisierender Ansatz verfolgt, der argumentiert, dass der von vielen Forscher:innen konstruierte Gegensatz zwischen Migrant:innen und der sogenannten Mehrheitsgesellschaft übersieht, dass nicht notwendigerweise Migration, sondern Armut die primäre Differenzkategorie für gesundheitliche Ungleichheit ist.

Daher wird im Rahmen des im Stadtteillabors verfolgten Ansatzes Gesundheit und Krankheit im Kontext politisch-ökonomischer Machtbeziehungen und nicht per se als Ergebnis „migrantischen Fehlverhaltens“ betrachtet.

Was ist das Stadtteillabor?

Wir Stadtteilforscherinnen in der Bochumer Hustadt

Ansprechpartnerin

Prof. Dr. Christiane Falge

Professorin für Gesundheit und Diversity

DoCH · Department of Community Health

3. Etage, Raum 3314

Tel. +49 234 77727-727
Fax +49 234 77727-927

christiane.falgehs-gesundheit "«@&.de

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