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Aktuelles und Termine

RUBYDemenz · Unterstützung der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz durch eine personalisierte Mensch-Roboter-Interaktion

Hintergrund des Projektes

Im Jahr 2017 wurden bundesweit 76% der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt. Ausschließlich durch pflegende Angehörige (pfA) wurden 52% der Pflegebedürftigen (StatBA 2018, 16) versorgt.

Dies entspricht dem Wunsch der meisten Betroffenen und pfA und dem politischen Ziel einer vorrangig ambulanten Versorgung in der Häuslichkeit. In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz (MmD). Diese Zahl wird künftig weiter steigen (DAlzG 2018). Laut Gräßel & Behrndt (2016) fühlen sich pfA von MmD im Vergleich zu anderen pfA besonders belastet. Professionelle Unterstützungsangebote werden häufig erst angenommen, wenn die Belastung sehr weit fortgeschritten ist (vgl. Schneekloth 2006). Doch auch Entlastungen sind begrenzt und können ein “gutes”, individuell tragfähiges Pflegearrangement nicht immer sicherstellen.

Das Verbundprojekt RUBYDemenz untersucht aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven die Wirksamkeit sowie relevante Faktoren einer Gesamtintervention bestehend aus einem robotischen System und einer psychosozialen Begleitung mit einer Förderung der Technikaneignung im häuslichen Umfeld von MmD und pfA. Es evaluiert, inwiefern die Gesamtintervention zur Stärkung einer “guten” informellen häuslichen Pflege und Entlastung pfA beiträgt.

 

Ziele des Projektes

Das interdisziplinäre Projekt RUBYDemenz zielt auf die Optimierung einer personalisierten Mensch-Roboter-Interaktion (MRI) und erprobt die Wirksamkeit in der häuslichen Pflegesituation von Menschen mit Demenz (MmD). RUBY ist eine Intervention aus robotischem System, das an eine psychosoziale Begleitung der Nutzenden durch geschulte Begleitende gebunden ist. Untersucht werden: die Wirksamkeit von RUBY, von den individualisierten Funktionen, ob z.B. die Aktivität und Selbstwirksamkeit von MmD gestärkt und die Kommunikation wie soziale Teilhabe gefördert werden können, aber auch wie die individuelle Begleitung zusammen mit der Technik die Kommunikation zwischen Angehörigen und MmD stärken kann.
Das robotische System wird durch eigens geschulte Begleitende eingeführt, diese unterstützen den Lernprozess im häuslichen Umfeld. Im Alltag eingesetzt soll so der Verbleib Zuhause so lange wie möglich gewährt und die Lebensqualität der Betroffenen erhalten werden.

Der Fokus des Teilprojektes (Lernmodell, Qualifizierung, Technikaneignung) an der HS Gesundheit liegt auf der Entwicklung eines adäquaten Lernmodells zum Kompetenzerwerb zur Nutzung von Technik und Bewältigung von Unsicherheit im Kontext der Techniknutzung. Dieses dient den Robotbegleiter*innen zur Einführung und Nutzung der Robotik im Alltag. Untersucht wird zudem die Technikaneignung robotischer Technik in häuslichen Pflegesituationen bei Menschen mit Demenz (MmD).

Methodik

Im Teilprojekt der HS Gesundheit werden zunächst die Bedarfe und Anliegen der Nutzer*innen (MmD und pfA) in einem partizipativen Vorgehen erfasst. Diese fließen in die Curriculumentwicklung und den Qualifizierungsprozess ein, so dass das Techniklernen und die Einführung der Technik auf die Bedarfe der Menschen und die Situation der Nutzenden abgestimmt sind. Technikkompetenzen werden mittels Fragebogen erhoben und im Verlauf kontrolliert, die Selbstwirksamkeit der Begleitenden wird skaliert erfasst. Im Anschluss an einen ersten Praxistest und die Evaluation der Qualifizierung, sowie der Praxis erfolgt eine Weiterentwicklung von Curriculum, Qualifizierung und Lernmodell. Das Vorgehen im Forschungsprojekt folgt einem iterativen partizipativen Vorgehen.

 

 

Projektleitung

Prof. Dr. habil. Renate Schramek

Auf dem Bild sieht man Prof. Dr. habil. Renate Schramek.

Professorin für Gesundheitsdidaktik
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte

DoCH · Department of Community Health

3. Etage, Raum 3320

Tel. +49 234 77727-787
Fax +49 234 77727-987

renate.schramekhs-gesundheit "«@&.de

Projektdetails

Fördermittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektlaufzeit: März 2020 bis Februar 2023 (36 Monate)
Projektleiter*in: Prof. Dr. Renate Schramek
Ansprechpartner*in: Prof. Dr. Renate Schramek, Claire Lichteiker
Fördersumme für HS Gesundheit: 201.473,08 Euro
Kooperationspartner*innen: Anasoft Technology AG, Matthies Spielprodukte GmbH & Co. KG, Hochschule Niederrhein, Hochschule Rhein-Waal, Technische Universität Berlin, FTK e.V. Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation, Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. / In

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