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Weiterführende Informationen

Im Studiengang Hebammenkunde werden bereits digitale Medien, wie das Lernmanagementsystem moodle, das E-Portfoliosystem Mahara, virtuelle Fallkonferenzen, Web-Based-Trainings sowie Filmaufnahmen, eingesetzt. Ein fachbezogenes Gesamtkonzept zum Einsatz digitaler Medien existiert bisher nur in Ansätzen. Für die kompetenz- und handlungsorientierte Lehre, insbesondere für Themen, wie selten auftretende Notfälle, müssen spezifische digitale fachdidaktische Konzepte und Anwendungen entwickelt werden, die das Erreichen der Lernziele auch für größere und heterogene Studierendengruppen adäquat unterstützen.

Vor diesem Hintergrund soll exemplarisch für einzelne Module ein fachdidaktisches digitales Lehr-/Lernkonzept entwickelt werden, dessen Schwerpunkt auf dem Einsatz von AR-Technologien liegt. Im 5. Semester absolvieren die Studierenden ein Praxissemester in einer von über 50 Kooperationskliniken mit der höchsten geburtshilflichen Versorgungsstufe (Perinatalzentrum Level 1/2) (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2018). Dies bedeutet eine Herausforderung beim Transfer der an der Hochschule erlernten Kompetenzen in reale, komplexe Situationen. Die gewählten Module bilden die Vielfalt der Lernziele ab, fokussieren regelwidrige Situationen, schließen den Theorie-Praxis-Transfer ein und ermöglichen so eine größtmögliche Übertragbarkeit auf weitere Module respektive auch auf andere Studiengänge.

Die Vernetzung fachwissenschaftlicher Theorien und Kompetenzen mit der berufspraktischen Handlung in der Praxis ist ein zentrales Anliegen in der Lehre der Gesundheitsberufe. Sie erfolgt an der hsg Bochum in der Regel mittels problem- und fallbasierten Lernens in unterschiedlicher Ausgestaltung. Die Realisierung einer problembasierten Lehre ist jedoch ressourcenintensiv. Daher soll im Vorhaben ein Trainingssystem entwickelt werden, das von möglichst vielen Nutzer*innen verwendet werden kann. Die AR-Anwendung soll als App für Smartphones (iOS/Android ab Baujahr 2017) umgesetzt werden.

Das Trainingssystem soll die Kommunikation zwischen den Lernenden untereinander sowie zwischen Lehrenden und Lernenden unterstützen.

Der Schwerpunkt des geplanten Forschungsprojektes liegt auf der Entwicklung von ortsunabhängigen, mehrbenutzerfähigen AR-Trainingssimulationen in zwei Themen-, bzw. Arbeitsbereichen aus dem Notfallmanagement, in denen verschiedene Szenarien in unterschiedlichen, komplexer werdenden Varianten stattfinden.

Szenario I “Vorübung - Vorbereiten einer Notfalltokolyse”

Eine praxisrelevante, aber überschaubare Vorübung wird die Studierenden und die Lehrenden an die Nutzung der AR-Szenarien heranführen. Hierbei handelt es sich um ein wehenhemmendes Medikament, welches korrekt dosiert und vorbereitet werden muss. Das Training im Skills-Lab und Zuhause möglich. Als Wiedererkennungsmerkmal und Motivation wird die vorbereitete Notfalltokolyse in Szenario II “Vorbereitung einer Schwangeren auf eine Sectio caesarea (Kaiserschnitt) ” erscheinen und muss in der Notfall-Variante des Szenarios eingesetzt werden.

Szenario II “Vorbereitung einer Schwangeren auf eine Sectio caesarea”

Zum Einüben der Vorbereitung auf eine Sectio caesarea (Kaiserschnitt) soll das AR-Training in zwei Eskalationsstufen durchgeführt werden.  Bei der ersten Eskalationsstufe handelt es sich um eine geplante (elektive) Sectio caesarea. In der zweiten Eskalationsstufe wird eine Gebärende für einen Notfallkaiserschnitt vorbereitet. Hierbei muss eine Priorisierung der Handlungsschritte erfolgen, dabei läuft die Zeit von zehn Minuten ab rückwärts. Dieses AR-Training kann ausschließlich im Skills-Lab bzw. in einem realen Kreißsaal (im Lehrkrankenhaus) durchgeführt werden, da Materialien wie eine Simulationsgebärende, Kardiotokogramm (Herz-Ton-Wehen-Schreiber), Sterilgut und Infusionen benötigt werden.

Szenario III “Training at Home – Reanimation eines Neugeborenen”

Im Szenario III „Reanimation eines Neugeborenen“ können die Studierenden ortsunabhängig beispielsweise zu Hause die einzelnen Schritte durchgehen, welche für die Reanimation eines Neugeborenen mit Anpassungsstörungen notwendig sind. Sowohl die Reanimationseinheit, als auch das Neugeborene werden in AR dargestellt. Zur Unterstützung kann ein*e virtuelle*r Pädiater*in hinausgerufen werden. Das Training ist alleine, aber auch mit Lehrenden/Praxisanleiter*innen möglich.

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