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Weiterführende Informationen zum Projekt Heb@AR

Laufzeit 11/2019 – 12/2022
Projektvolumen (Verbund) 865.000€
Projektvolumen (Teilprojekt) 340.240€
Verbundpartner Hochschule Emden | Leer; Ruhr-Universität Bochum
Projektleitung Prof.in Dr.in Nicola H. Bauer, Prof. Dr. Annette Bernloehr
Fachbereich Hebammenwissenschaft

Im Studiengang Hebammenkunde werden bereits digitale Medien, wie das Lernmanagementsystem moodle, das E-Portfoliosystem Mahara, virtuelle Fallkonferenzen, Web-Based-Trainings sowie Filmaufnahmen, eingesetzt. Ein fachbezogenes Gesamtkonzept zum Einsatz digitaler Medien existiert bisher nur in Ansätzen. Für die kompetenz- und handlungsorientierte Lehre, insbesondere für Themen, wie selten auftretende Notfälle, müssen spezifische digitale fachdidaktische Konzepte und Anwendungen entwickelt werden, die das Erreichen der Lernziele auch für größere und heterogene Studierendengruppen adäquat unterstützen.

Vor diesem Hintergrund soll exemplarisch für einzelne Module ein fachdidaktisches digitales Lehr-/Lernkonzept entwickelt werden, dessen Schwerpunkt auf dem Einsatz von AR-Technologien liegt. Im 5. Semester absolvieren die Studierenden ein Praxissemester in einer von über 50 Kooperationskliniken mit der höchsten geburtshilflichen Versorgungsstufe (Perinatalzentrum Level 1/2) (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2018). Dies bedeutet eine Herausforderung beim Transfer der an der Hochschule erlernten Kompetenzen in reale, komplexe Situationen. Die gewählten Module bilden die Vielfalt der Lernziele ab, fokussieren regelwidrige Situationen, schließen den Theorie-Praxis-Transfer ein und ermöglichen so eine größtmögliche Übertragbarkeit auf weitere Module respektive auch auf andere Studiengänge.

Die Vernetzung fachwissenschaftlicher Theorien und Kompetenzen mit der berufspraktischen Handlung in der Praxis ist ein zentrales Anliegen in der Lehre der Gesundheitsberufe. Sie erfolgt an der HS Gesundheit in der Regel mittels problem- und fallbasierten Lernens in unterschiedlicher Ausgestaltung. Die Realisierung einer problembasierten Lehre ist jedoch ressourcenintensiv. Daher soll im Vorhaben ein Trainingssystem entwickelt werden, das von möglichst vielen Nutzer*innen verwendet werden kann. Die AR-Anwendung soll als App für Smartphones (iOS/Android ab Baujahr 2017) umgesetzt werden.

Das Trainingssystem soll die Kommunikation zwischen den Lernenden untereinander sowie zwischen Lehrenden und Lernenden unterstützen.

Der Schwerpunkt des geplanten Forschungsprojektes liegt auf der Entwicklung von ortsunabhängigen, mehrbenutzerfähigen AR-Trainingssimulationen in zwei Themen-, bzw. Arbeitsbereichen aus dem Notfallmanagement, in denen verschiedene Szenarien in unterschiedlichen, komplexer werdenden Varianten stattfinden.

Szenario I – Vorbereitung einer Notfalltokolyse

Eine praxisrelevante, aber überschaubare Vorübung führt die Studierenden und die Lehrenden an die Nutzung der Augmented Reality (AR) Szenarien heran.
Bei der Notfalltokolyse handelt es sich um ein wehenhemmendes Medikament, welches nach ärztlicher Anordnung über die Vene verabreicht wird. Im Rahmen des AR-Szenarios lernen die Trainierenden anhand eines konkreten Fallbeispiels das Aufziehen des Notfallmedikamentes. Hierbei wird die vollständige Handlung (Vorbereitung – Durchführung – Nachbereitung) durchlaufen. Das Training ist im Skills-Lab und Zuhause möglich.
Als Wiedererkennungsmerkmal und zur Steigerung der Motivation besteht die Möglichkeit Szenario I in Szenario II – Vorbereitung einer Schwangeren auf eine Sectio caesarea (Kaiserschnitt) einzubetten.

 

Szenario II – Vorbereitung einer Schwangeren auf eine Sectio caesarea – Schwerpunkt: Legen eines transurethralen dauerhaften Blasenkatheters

In Szenario II werden Kompetenzen erworben, die Hebammen benötigen, um eine Schwangere auf eine elektive Sectio caesarea (geplanter Kaiserschnitt) oder einen Notfallkaiserschnitt vorzubereiten.
Die Priorisierung von Lernzielen erfordert einen modularen Aufbau des Szenarios. Hierbei fokussiert die AR-Simulation den Erwerb von Kompetenzen zum Legen eines transurethralen dauerhaften Blasenkatheters im Rahmen der Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt. Das Training ist für die Skills-Lab-Umgebung entworfen, sodass theoretisches Wissen und fachpraktische Fertigkeiten vertieft werden können. Die Einbindung ins Skills-Lab ermöglicht eine realitätsnahe Lernumgebung, indem eine Simulationsgebärende und alle zur Katheterisierung benötigten Materialien einbezogen werden.
Die übrigen Lernziele zur Vorbereitung einer Schwangeren auf einen (Not-) Kaiserschnitt werden durch erweiterte E-Learning-Strategien ausgestaltet.

Szenario III – Reanimation eines Neugeborenen

Szenario III fokussiert das Erlernen von Kompetenzen zur Reanimation eines Neugeborenen gemäß der aktuellen Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) von 2021.
Dieses Szenario gibt es in zwei Versionen: Version A, für die Lernumgebung Skills-Lab und Version B als Training@home.
In beiden Versionen kann der Ablauf der Neugeborenen-Reanimation erlernt werden. Im Szenario A besteht zusätzlich die Möglichkeit fachpraktische Fertigkeiten bspw. im Umgang mit einem Stethoskop, einem Beatmungsbeutel und in der Herzdruck-Massage zu erlernen. Zudem kann das AR-Training sowohl alleine, als auch in einer Lerngruppe von bis zu 6 Personen absolviert werden. Szenario B hingegen vertieft die Vorbereitung auf ein Reanimationsszenario durch das Checken einer Reanimationseinheit.
Web-basierte Trainings bereiten die Teilnehmenden auf die Durchführung der AR-Simulation vor.

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